Handlungsfelder

Zentrale Handlungsfelder

In der Auseinandersetzung mit dem Thema Altsein und Älterwerden in der Kommune hat sich gezeigt, dass Lebensqualität und Teilhabe im Alter durch Weichenstellungen in gleich mehreren Handlungsfeldern geprägt werden. Die wichtigsten drei sind die gesundheitliche Versorgung, die pflegerische Versorgung sowie Wohnen und Wohnumfeld. Kommunen können ihrer Verantwortung in der Altenpolitik nur gerecht werden, wenn sie diese Aufgaben annehmen und die Weichen entsprechend stellen.

Ein Beispiel hierzu: Je älter ein Mensch wird, desto mehr wird sein Wohnort zum Lebensmittelpunkt. Im Umfeld der Wohnung sind sie unterwegs, hier versorgen sie sich mit Gütern ihres täglichen Bedarfs, hier nehmen sie viele Dienstleistungen in Anspruch, hier verbringen sie Teile ihrer Freizeit. Hier kann die kommunale Altenpolitik viel bewirken: Mit der Gestaltung der Wohnverhältnisse, des Wohnumfelds, des Sozialraums und der Verkehrsverhältnisse hat sie einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und Selbständigkeit der Senioren.

Kurz:  Altenpolitik und somit auch die Arbeit des Seniorenbeirats sind als eine Querschnittsaufgabe zu verstehen, die alle kommunalen Ressorts wie Stadt-, Verkehrs, Bau-, Wirtschafts- und Freiraumplanung einbezieht. Weitere Details hierzu:

Gesundheit + Pflege

Gesundheitliche Aufklärung und Prävention: durch Förderung des Breitensports sowie der Schaffung einer barrierefreien und gesundheitsdienlichen Umwelt durch bedarfsgerechte Assistenz- und Begleitdienste und den Abbau gesundheitlicher Gefährdungen. Informationen darüber, welche geeigneten Unterstützungsmaßnahmen das Gesundheitswesen für die Seniorinnen und Senioren bereithält.

Wohnen + Wohnumfeld

Sorge dafür, dass ausreichend bezahlbarer seniorengerechter, barrierefreier Wohnraum zur Verfügung steht und Ungleichheit oder Abschottung von Quartieren vermieden wird. Zu einer bedarfsgerechten Versorgung gehört die gute Erreichbarkeit von Arztpraxen, Apotheken, Geldinstituten, der Post etc. Bereitstellung öffentlicher Treffpunkte der Begegnung. Förderung sozialer, auch generationenübergreifender Kontakte und gemeinschaftlicher Unternehmungen.

Mobilität + Verkehr

Die soziale Teilhabe älterer Menschen setzt Mobilität und Erreichbarkeit voraus. Bei der Gestaltung öffentlicher Räume und der Verkehrsinfrastruktur sind die Bedürfnisse der Älteren zu berücksichtigen, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und ihr Bewegungsradius nicht durch Umweltbarrieren und ungünstige Verkehrsverhältnisse begrenzt wird. Straßen und Plätze müssen auch für mobilitäts- oder sinneseingeschränkte Menschen ohne Barrieren zugänglich und ohne Sicherheitsrisiko nutzbar sein. Mobilitätshilfen fördern und bereitstellen.

Engagement + Partizipation

Nachbarschaftliche Hilfenetze und Nachbarschaftsaktivitäten mit unterschiedlichsten Schwerpunkten dienen dazu, ältere Menschen in das gesellschaftliche Leben einzubeziehen; sie beugen der Vereinsamung und den damit verbundenen gesundheitlichen Belastungen vor – in einer Gesellschaft, in der das familiäre Unterstützungspotenzial aufgrund struktureller Veränderungen abnehmen wird. Daher gilt es, Sozialräume zu gestalten und nachbarschaftliche Beziehungen zu fördern.

Freiwilliges Engagement und die Teilhabe älterer Menschen am öffentlichen Leben sind daher offensiv zu fördern und zu unterstützen. Engagement fördernde Strukturen müssen flächendeckend und wohnortnah vorhanden sein. Dazu gehören Informations- und Beratungsangebote sowie eine nachhaltige Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

Bildung + Kultur

Älteren Menschen den Zugang zu Bildung und lebenslangem Lernen erleichtern,  Planung von Bildungsangeboten und die spezifischen Lernmöglichkeiten von Älteren dabei berücksichtigen. Kulturelle Angebote aller Art müssen barrierefrei für ältere Menschen zugänglich sein. Nicht zuletzt ist das Wissen um die Bedeutung von Aktivitäten, Engagement, Bewegung und Ernährung für die eigene Gesundheit zu fördern.

Digitalisierung + digitale Teilhabe

Den Prozess der Digitalisierung und deren Konsequenzen mitgestalten, z. B. kommunale Dienstleistungen barrierefrei digitalisieren. Trotzdem Menschen ohne Internetzugang nicht benachteiligen. Das heißt, analoge Einrichtungen und Druckerzeugnisse weiter zur Verfügung stellen, solange digitale öffentliche Dienstleistungen nicht für alle erreichbar sind. Offene Internetzugänge in allen öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung stellen, insbesondere auch in Einrichtungen der Altenhilfe.

Handlungsfelder

Der Seniorenbeirat will zur Stärkung eines differenzierten, positiven Altenbildes beitragen, das sowohl die Verletzlichkeit  als auch die Potenziale des Alters abbildet und dieses auf allen Ebenen der Kommunalpolitik umsetzen.

Dabei verstehen wir Seniorenpolitik als Teil einer generationsübergreifenden Demografiepolitik und suchen, wann immer möglich, nach Lösungen, von denen Jung und Alt profitieren.